Der Eros der Ungeraden Einen Tanz zu kreieren ist wie komponieren - ein Porträt des israelischen Choreographen Emanuel Gat. EVA-ELISABETH FISCHER
Thursday, August 20, 2009 at 04:54PM
"Ich denke nicht in solchen Kategorien", sagt Emanuel Gat. Es ist seine Antwort darauf, wie es denn sei, als Jude in Südfrankreich zu leben, wo Le Pens Front National stark ist und alles "Fremde" nicht wohl gelitten. Er denkt sich nicht als Jude - wahrscheinlich ebenso wenig wie als Marokkaner. Seine Eltern sind israelische Einwanderer aus dem Maghreb. Gat ist dunkelhäutig, aus seinem scharfkantigen Gesicht blicken Augen wie schwarzglühende Kohlestücke. Vor zwei Jahren ist er mit seiner Frau, seinen fünf Kindern und seiner Gruppe Emanuel Gat Dance nach Südfrankreich gezogen, um das Maison de la Danse in Istres nahe Marseille zu übernehmen. "In Israel war ich heimatlos", sagt er. "Ich hatte kein Studio. Ich fühlte mich wie ein Geiger ohne Geige."

Reader Comments